Forschungsgebiete

Integrative Evolutionsbiologie 

Umweltanpassung und phänotypische Plastizität finden sich überall in der Natur. Alle Organismen sind einer Umwelt ausgesetzt, und die meisten dieser Umwelten verändern sich ständig, oft auf unvorhersehbare Weise. Es überrascht daher nicht, dass Plastizität in allen Bereichen des Lebens und auf allen Ebenen der biologischen Organisation zu finden ist.
Die Entstehung phänotypischer Vielfalt aus einem identischen Bestand an genetischer Information - d. h. Polyphenismus - ist nach wie vor eines der faszinierendsten Phänomene in der Welt der Lebewesen. Trotz einer Fülle von Literatur über das Wesen der Plastizität und ihr Vorkommen in der Natur ist die Rolle, die sie in der adaptiven Evolution spielt, noch nicht vollständig geklärt. 
Eines der zentralen Ziele der Abteilung ist es, auf eine bessere Integration von Studien über Makroevolution, Mikroevolution und Ökologie mit Entwicklungsgenetik und Evo-Devo hinzuarbeiten. 
Nematoden und Bakterien sind wichtige Bestandteile des Ökosystems Boden. Viele Nematoden nutzen Bakterien als Nahrung, während andere spezialisierte bakterielle Interaktionen entwickelt haben, die von Mutualismus bis Parasitismus reichen. Über die biologischen Mechanismen, durch die die Wechselwirkungen zwischen Nematoden und Bakterien zustande kommen, ist wenig bekannt. 
Unsere Forschungen seit 2004 haben gezeigt, dass Nematoden der Gattung Pristionchus in enger Verbindung mit bestimmten Käfern leben. Wir haben zahlreiche Exkursionen nach Westeuropa, in den Osten der Vereinigten Staaten, nach Südafrika und Japan unternommen. Aus 25 000 Käfern konnten wir mehr als 8 000 verschiedene Pristionchus-Isolate bestimmen, die zu 39 Arten gehören, von denen die meisten unbekannt sind. 
Pristionchus pacificus ist aufgrund verschiedener Eigenschaften ein attraktiver Modellorganismus für Laborstudien. Im Laufe der Jahre wurde eine Reihe von Methoden entwickelt, die es erlauben, mechanistische Studien an diesem Fadenwurm durchzuführen. 
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