Vom Weltraum zum Teilchenbeschleuniger: Doktorandin nimmt an der ESA-FAIR Summer School 2026 teil
Wie wirkt sich kosmische Strahlung auf unsere Zellen aus – und wie können Teilchenbeschleuniger auf der Erde dazu beitragen, Astronautinnen und Astronauten im All besser zu schützen? Diesen und weiteren Fragen ging Alexandra Waldherr, Doktorandin in der Abteilung Proteinevolution am Max-Planck-Institut für Biologie Tübingen, bei der ESA-FAIR Space Radiation Summer School 2026 in Darmstadt nach.
Nur 20 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus aller Welt wurden für das intensive zweiwöchige Programm am Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESA/ESOC) und an der Teilchenbeschleunigeranlage von GSI/FAIR (Helmholtz-Institut für Biophysik) in Darmstadt ausgewählt. Vorlesungen zu Weltraumstrahlung und Strahlenschutz wurden dabei mit praktischen Experimenten aus Strahlenbiologie und Biophysik kombiniert.
Für Alexandra, die sich in ihrer Forschung unter anderem mit den Auswirkungen ionisierender Strahlung auf Proteine beschäftigt, bot das Programm eine hervorragende Gelegenheit, ihre eigene Forschung mit Fragestellungen der Strahlenbiologie zu verknüpfen. Da sie bereits zuvor im Bereich Space Medicine der ESA gearbeitet hatte, wollte sie ihr Wissen über Strahlenbiologie vertiefen und aus erster Hand erfahren, wie biologische Experimente an Teilchenbeschleunigern durchgeführt werden.
In der ersten Woche standen Vorlesungen der Astronauten Thomas Reiter und Christer Fuglesang sowie leitender Mitarbeitender des ESA-Raumflugbetriebs auf dem Programm, gefolgt von einer theoretischen Prüfung. In der zweiten Woche ging es von der Theorie in die Praxis: Am GSI-Beschleuniger und auf dem neu errichteten FAIR-Gelände führten die Teilnehmenden Laborarbeiten durch und entwickelten eigene Vorschläge für Experimente mit Strahlzeit.
Zu den Höhepunkten gehörten ein Besuch des Europäischen Astronautenzentrums (EAC) in Köln sowie die Gelegenheit, die beeindruckenden Dimensionen der GSI- und FAIR-Anlagen aus nächster Nähe zu erleben. Von großen Teilchendetektoren bis hin zu strahlungsbedingten Chromosomen- und DNA-Schäden unter dem Mikroskop vermittelte das Programm eindrucksvoll, wie Physik und Molekularbiologie in der Strahlenforschung zusammenwirken.
„Die Summer School bringt herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zusammen, die mit großer Begeisterung neue Experimente an den Beschleuniger bringen und so zu einem besseren Verständnis von Strahlenschäden und Strahlenschutz sowie möglicherweise auch zu künftigen Fortschritten in der Strahlentherapie beitragen wollen“, sagt Marco Durante, Leiter der GSI-/FAIR-Biophysik-Abteilung.
Für Alexandra eröffnete die Summer School neue Perspektiven darauf, wie sich Proteinschäden und zelluläre Reaktionen auf Strahlung experimentell untersuchen lassen – und vielleicht auch neue Ideen dafür, wohin sie ihre eigene Forschung künftig führen könnte.

